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Karl Martell

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Karl Martell wird als Sohn des merowingischen Hausmaiers Pippin des Mittleren aus der Familie der Arnulfinger und dessen Nebenfrau Chalpaida geboren. Martells Beiname "Der Hammer" ist erst seit dem 9. Jahrhundert bekannt.
714
Grimoald, der Sohn Pippin des Mittleren aus seiner Ehe mit Plektrud, wird im April ermordet. Pippin ernennt kurz vor seinem Tod im Dezember dessen Sohn Theudoald zum Hausmaier und schließt Karl von der Herrschaft aus, Plektrud lässt ihn in Köln festsetzen.
716/17
Karl Martell, der aus der Haft entkommen war, besiegt Plektrud und die Neustrier unter Raganfried und erringt die Herrschaft über Austrasien.
718
In der Schlacht von Soissons schlägt Karl Martell die Neustrier und Aquitanier: Er wird schließlich als gesamtfränkischer Hausmaier (Herrscher) anerkannt. Den fränkischen Königsthron besetzen nur dem Namen nach bekannte merowingische Schattenkönige. Karl beginnt fast jährlich Feldzüge nach Osten und Süden zur Sicherung des fränkischen Einflussbereiches. Eine Heeresreform nutzt Kirchengut zur Ausgabe von Lehen und zum Aufbau einer schweren gepanzerten Reiterei. Es ist der Anfang des mittelalterlichen Lehenswesens.
720
Feldzug nach Aquitanien und Friedensschluss: In diesen Zeitraum fällt auch das Ende des thüringischen Herzogtums.
723
Karl Martell unterstützt die Arbeit des christlichen Predigers Bonifatius zur Missionierung der Friesen durch die Ausstellung eines Schutzbriefes. 
Auch die Mission von Pirmin (Bayern) und Willibrod (Eichstätt) und ihre Bistums- und Klostergründungen werden begünstigt. Karl Martell nutzt die kirchliche Mission zur Sicherung des fränkischen Herrschaftsbereichs, bereichert sich aber gleichzeitig am Kirchengut.
724
Kämpfe in Sachsen, immer wieder Feldzüge nach Friesland.
vor 725
Karl heiratet Chrotrud: Aus der Ehe gehen die Söhne Pippin und Karlmann hervor, unter denen nach seinem Tod das Reich aufgeteilt wird.
725
Feldzug gegen die Alamannen, Karl Martell fällt in Bayern ein.

Karl Martell vertreibt die Araber

732
Sieg über die Araber in der Schlacht von Tours und Poitiers, der Sieg wurde lange überschätzt und war nur eine Episode in einer langen Reihe blutiger Kämpfe.
737
Siege über die Araber bei Avignon und in der Schlacht an der Berre, Burgund und die Provence werden Teil der fränkischen Grafschaftsverfassung, nur Septimanien bleibt noch arabisch.
Nach dem Tode Theuderich IV. besetzt Karl Martell den merowingischen Königsthron nicht neu, verzichtet aber im Gegensatz zu seinen Nachfolgern, darauf, selbst die Königswürde anzustreben.
739
Hilferuf des Papstes Gregor III. an Karl Martell wegen seiner Konflikte mit den Langobarden. Da Karl mit den Langobarden verbündet war, reagiert er zögerlich, obwohl ihn der Papst mit dem römischen Konsulat (bzw. Patriziat) auszeichnete. Auch der Bilderstreit, in den Gregor III. mit den Byzantinern verwickelt war, zeigt keine Auswirkungen. Dafür unterstützt der Papst die fränkisch-angelsächsische Mission unter Bonifatius. Dieser wird zum Erzbischof und Legaten ernannt.
um 740
Ende des Alemannischen Herzogtums im Elsass.
741
Karl Martell stirbt am 22. Oktober in Quierzy. Er wird in Saint Denis begraben, der Grabstätte einiger merowingischer Könige. Der Nachwelt bleibt Karl Martell als großer Krieger in Erinnerung, aber auch als Kirchenräuber. Er festigte das fränkische Reich, auf seine Erfolge bauen sein Sohn Pippin und sein Enkel Karl der Große auf.
   
  Literatur:
Theodor Breysig, Jahrbücher des fränkischen Reiches 714-741. Die Zeit Karl Martells. 2. Aufl. Berlin 1975; Jörg Jarnut (Hrsg.), Karl Martell in seiner Zeit, Beihefte der Francia 37, Sigmaringen 1994.

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