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Papst Gregor VII.

Um 1025/20 Papst Gregor VII. wird als Hildebrand in der südlichen Toskana  geboren. Seine Abstammung ist unbekannt. Er kommt jung nach Rom, wahrscheinlich in das Marienkloster auf dem Hügel Aventin.
1047
Hildebrand begleitet Papst Gregor VI in die Verbannung nach Deutschland
1049
Hildebrand wird von Papst Leo IX. nach Rom zurückgeholt, er ist wahrscheinlich bereits Mönch.
1050 Hildebrand wird mit der Leitung des Klosters s. Paolo fuori le mure beauftragt.
1054 und 1056 Hildebrand erhält eine Stellung als päpstlicher Legat in Frankreich
1057
Hildebrand ist päpstlicher Legat am Deutschen Hof.
1059 Spätestens jetzt ist Hildebrand Erzdiakon der Römischen Kirche und für ihre Finanzverwaltung verantwortlich. Sein Einfluss auf die päpstliche Politik wächst.
1073
Am 22.April wird nach den Beisetzungsfeierlichkeiten für Papst Alexander II. Hildebrand im Tumult von den Römern zum Papst erhoben. Er nennt sich Gregor VII. Diese Erhebung war ein Verstoß gegen das Papstwahldekret von 1059. Danach musst der Papst von 3/4 der Kardinäle gewählt werden, außerdem hatte der römische-deutsche König ein Mitspracherecht. Die illegale "Wahl" wurde erst nachträglich von den Kardinälen mehr oder weniger freiwillig anerkannt.
1074 Von nun an werden regelmäßig Fastensynoden abgehalten. Gregor widmet sich verstärkt der Kirchenreform. Die Versuche des Papstes, die Kirche vor die weltlichen Herrschaft zu setzen, führt in den folgenden Jahren zum Investiturstreit. Erste Propagierung eines Kreuzzuges zur Unterstützung von Byzanz und Unterstützung der Reconquista in Spanien.
1074/75 Der Versuch Gregors, die europäischen Herrscher durch Lehensbeziehungen an sich zu binden, bleibt weitgehend erfolglos. Im Gegenteil, er führt zu massiven Konflikten mit England und Frankreich.
1075 Gregor hofft, die Unterstützung des deutschen Königs Heinrich IV. für die Kirchereform zu gewinnen. Dessen Vater Kaiser Heinrich III. hatte einst den Grundstein für die Stärkung des Papsttums gelegt. Doch nach der unkanonischen Besetzung (ohne Erlaubnis des Papstes) des Erzbistums Mailand kommt es zum Konflikt. Die Bannandrohung von Papst Gregor VII. gegen Heinrich IV. folgt im Dezember 1075.
1076 Am 24. Januar, auf der Wormser Reichsversammlung, fordert Heinrich IV. Papst Gregor zur Abdankung auf. Der Papst reagiert auf des Synode am 14. Februar mit Exkommunikation und Absetzung des Königs.

Der Gang nach Canossa

1077 Heinrich tritt den legendären und zur Redewendung gewordenen "Gang nach Canossa“ an. Nach dem Bußakt Heinrichs am 28. Januar ist der Papst zur Aufhebung der Sanktionen gezwungen.
1078 und 1080
Verbot der Investitur, also der Einsetzung der von kirchlichen Amtsträgern durch die weltlichen Herrscher. 
1080 Nach anfänglicher Neutralität gegenüber dem deutschen Thronstreit mit dem gewählten Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden erneuert Gregor VII. den Bann gegen Heinrich IV. und erkennt Rudolf an. Doch Heinrich IV., gedemütigt durch den Gang nach Canossa, schlägt zurück. Auf seine Initiative wählt am 25. Juni eine Synode in Brixen Wibert von Ravenna zum Gegenpapst Clemens III. 
1084 Gregor VII. gerät wegen seiner Unnachgiebigkeit immer stärker in die Isolation. In Rom beginnt verliert er die Treue seiner Kardinäle. Heinrich IV. kann am 21. März in Rom einziehen, an Ostern wird er von Gegenpapst Clemens III. zum Kaiser gekrönt. Gregor verschanzt sich in der Engelsburg. Er wird schließlich von seinem normannischen Vasallen Robert aus Rom gebracht, und geht nach Süditalien ins Exil.
1085
Gregor stirbt am 25. Mai in Salerno, sein Grab ist im Dom, 1606 wurde er heilig gesprochen. Je nach Perspektive ist die Beurteilung Gregors umstritten. Er ist sicher einer der bedeutenden Päpste der Kirche. Wir können seine Persönlichkeit aus seinen Briefen gut erschließen, er sah sein Wirken wohl vor dem Hintergrund des eschatologischen Kampfes zwischen Gut und Böse. Da er vom absoluten Vorrang der kirchlichen vor der weltlichen Herrschafte überzeugt war, hat er die Forderung der Reformer nach der Freiheit der Kirche von der Welt in die Herrschaft der Kirche über die Welt umgedeutet. Gregors Nachfolger werden Viktor III. und der Kreuzzugspapst Urban II.
Der Investiturstreit wird erst unter Heinrich V. beigelegt.
   
  Quellen: U.R. Blumenthal, Gregor VII., 2001; Wilfried Hartmann: Der Investiturstreit. 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, München 2007
   
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