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Jan Hus

Steckbrief: Jan Hus wurde um 1370 geboren. Er starb 1415. Stichwörter zum Lebenslauf von Jan Hus: Autorität des Gewissens, Konzil von Konstanz, Scheiterhaufen. Kurze Zusammenfassung der Biographie: Der Kirchenreformer Jan Hus wurde in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
um 1370
Jan Hus wird in Husinec in Südböhmen geboren. Sein Vater ist Fuhrmann, er wächst in ärmlichen Verhältnissen auf.
1386 Nach dem Besuch der Lateinschule beginnt er ein Theologiestudium an der Prager Universität, die 1348 von Kaiser Karl IV. gegründet wurde.
1396 Er erhält den Grad des Magister Artium. Da die Böhmen den größten Anteil der Studenten stellen, äußert Jan Hus Kritik an der einheitlichen Universitätssprache Deutsch.
1400
Jan Hus wird zum Priester geweiht. Im gleichen Jahr hält er theologische Vorlesungen.
1401 Jan Hus wird zum Dekan der Universität ernannt. Seine theologischen Überzeugungen nähern sich dem englischen Bibelübersetzer John Wyclif an. Wie dieser tritt er für die Autorität des Gewissens ein. Er kritisiert den weltlichen Besitz der Kirche und fordert die Rückbesinnung auf Jesus Christus. Dabei vermischt Jan Hus theologische Aussagen mit tschechisch-nationalen Ideen.
1402 Jan Hus wird zum Professor der Theologie.
1403
Die deutschsprachigen Studenten an der Prager Universität verwerfen das Gedankengut von Wyclif und Hus.
1408
Über die Predigten von Jan Hus gehen beim Bischof Beschwerden ein. Hus darf sein Priesteramt nicht mehr ausüben.
1410
Hus verliert sein Amt als Professor und wird aus Prag verbannt. Daraufhin brechen Unruhen aus. Papst Alexander V., der in Pisa residiert und als Gegenpapst zu Gregor XII. (Rom) und Benedikt XIII. (Avignon) eingesetzt wurde, ordnet die Verbrennung der Schriften von John Wyclif und die Verfolgung seiner Anhänger an.  
1412
Mit der Unterstützung aus dem Volk setzt Jan Hus seine Predigten in Prag eine Weile fort, flieht dann aber aus der Stadt.
1413
Jan Hus verfasst sein Hauptwerk "De Ecclesia" (Über die Kirche).
1414 Ab 1414 findet auf Anregung von König Sigismund das Konzil von Konstanz statt. Sigismund möchte die Einheit der katholischen Kirche wiederherstellen, um die Einheit des Reiches zu bewahren. Dem Reformator Jan Hus hat der König freie Hin- und Rückreise zugesagt und ihm dies mit einem Geleitbrief garantiert. Doch bereits unmittelbar nach seiner Ankunft in Konstanz wird er verhaftet.   

Jan Hus auf dem Scheiterhaufen

1415 König Sigismund missbilligt zwar die Verhaftung, schreitet aber aus diplomatischen Gründen nicht ein. Führende Vertreter haben Sigismund wegen seiner Rücksichtnahme auf Jan Hus schon mit ihrer Heimreise gedroht, was einen Abbruch des Konzils bedeutet hätte. Unter den Augen des Königs wird Jan Hus zum Tode verurteilt und noch am selben Tag, am 6. Juli, zusammen mit seinen Schriften verbrannt. Seine Asche wird in den Rhein gestreut. Jan Hus ist ein Vorläufer der Reformatoren Johannes Calvin und Martin Luther. Mit Martin Luther ist er auch deswegen vergleichbar, weil sich beide für den Gebrauch ihrer jeweiligen Landessprache einsetzten. 
   
  Literatur:
Friedenthal, R.: Ketzer und Rebell. Jan Hus und das Jahrhundert der Revolutionskriege, München 1972; Pohanka, R.: Die Herrscher und Gestalten des Mittelalters, Wiesbaden 2006.

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