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Karl IV. - Römisch-deutscher Kaiser

1316 
Kaiser Karl IV. wird mit dem Taufnamen Wenzel am 14. Mai in Prag geboren. Er ist der Enkel von Heinrich VII., und der Sohn Johanns von Luxemburg, König von Böhmen und der Elisabeth, Tochter König Wenzel II. von Böhmen. Obwohl er den Luxemburgern angehört, und das Geschlecht der Karolinger seit etwa einem halben Jahrtausend an Bedeutung verloren hat, wird Karl IV. von den Historikern als "numerischer Nachfolger" des römisch-deutschen Kaisers Karl III. eingereiht.
Seinen Namen Karl erhielt Wenzel von König Karl IV. dem Schönen, von Frankreich. Kaiser Karl IV. ist auch viermal verheiratet. Seiner Ehe mit Anna von Schweidnitz entstammt der Römische König Wenzel, seiner Ehe mit Elisabeth von Pommern der spätere Kaiser Sigismund, unter dessen Herschaft der Reformator Jan Hus auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird.
um 1323-30
Karl erhält eine umfassende Erziehung, die von Papst Clemens VI. überwacht wird, am französischen Hof in Paris (Der Benediktiner Clemens VI. gehört zu den Päpsten, die in Avignon residieren). Nach seiner Karls Autobiographie wird er auch in mehreren Fremdsprachen unterrichtet:  Lateinisch, Französisch, Tschechisch, Deutsch und Italienisch gehören zu den Sprachen, die er beherrschen muss.
1331-33 Karl ist für seinen Vater in Italien tätig, vor allem um die Herrschaft in Oberitalien aufzubauen. Die Pläne scheitern jedoch. Aufstrebende Stadtstaaten wie Florenz und Venedig verteidigen ihre Autonomie.
1333 Karl kehrt nach Böhmen zurück.
1334 Karl wird mit Mähren belehnt, er behauptet sich gegen seinen Vater und die Adligen.
1335 Beteiligung an den Verträgen seines Vaters mit Polen und Ungarn.
1336/37 Karl Unterstützt seinen Vater Johann von Luxemburg im Kreuzzug gegen Litauen.
1341 Am 8. Juni überträgt ihm sein Vater wegen seiner Erblindung die Herrschaft in Böhmen.
1344 Erhebung des Bistums Prag zum Erzbistum. Karl beginnt mit der Erbauung des Veitsdomes in Prag. Weitere Zeichen seiner Tätigkeit in Böhmen sind die Burg Karlstein, die Karlsbrücke über die Moldau in Prag und 1348 die Gründung der Universität Prag. Die Uni Prag gehört damit zu den ersten Universitätsgründungen im späten Mittelalter in Zentraleuropa. Die Universität Bologna wurde schon 1088 gegründet. In Italien herrscht bereits das Zeitalter der Frührenaissance, mit Dante, Petrarca und Boccaccio als literarischen Vertretern. Unter Karl entwicklet sich Prag als Gegenpol nördlich der Alpen.
1346
Karls Vater Johann fällt in der Schlacht von Crecy. Nachdem sich der Konflikt zwischen Kaiser Ludwig dem Bayern und dem Papst immer mehr zugespitzt hatte, wird Karl am 26. November zum Gegenkönig gewählt. Im seit Jahrzehnten währenden Konflikt mit dem Papsttum hatte Ludwig der  Bayer 1328 Nikolaus V. zum Gegenpapst gegen Benedikt XII. erhoben.
1347 Am 2. September folgt Karl seinem Vater als König von Böhmen nach, Ludwig der Bayer stirbt.
1349
Am 17. Juni läßt sich Karl ein zweites Mal zum Römischen König wählen, allerdings wird noch im selben Jahr Günther von Schwarzburg zum Gegenkönig gewählt, der allerdings schnell verzichtet. Es kommt zum Ausgleich mit Habsburgern und Wittelsbachern. Gleichzeitig wütet die Pest, es kommt unter anderem zu schweren Judenprogromen.
1354
Karl zieht nach Italien, er lässt sich mit der Eisernen Krone der Langobarden krönen. 
1355
Am 5. April wird Karl zum Römischen Kaiser gekrönt. Er zieht aus seinem Italienzug erheblichen Gewinn und die Anerkennung der großen Mächte. Mit dem Papst pflegt er ein gutes Verhältnis. Der zweite Italienzug 1368/69 verläuft ähnlich positiv. In Böhmen wird der Landfrieden (Maiestas Carolina) ausgerufen, der allerdings scheitert.
1356 Kaiser Karl IV. erlässt die Goldene Bulle (so benannt nach dem goldenen Siegel). Das "Grundgesetz des Alten Reiches" regelt unter anderem das Wahlverfahren für den Römischen König. Formal ist die Goldene Bulle bis zum Ende des Römisch-deutschen Reiches im Jahre 1806 in Kraft, das durch Napoleon eingeläutet wird.
1365 Kaiser Karl IV. entlässt Avignon aus der Lehensherrschaft des Reiches und gibt 1378 das Reichsvikariat über das Königreich Burgund auf. Er akzeptierte das Vordringen Frankreichs, mit dem er gutes Einvernehmen hatte, um im Westen  seine eigene Reichspolitik umzusetzen.
1368
Endgültige Eingliederung Schlesiens in die böhmischen Terrritorien wie im Vorjahr schon die Niederlausitz.
1372 Üblich im Mittelalter ist der Machtgewinn durch Heiratspolitik. Die Hochzeit seines Sohnes Sigismund mit der ungarischen Erbin sichert auch dieses Königreich für die Luxemburger. 
1373 Karl erreicht mit der Verfügung über die Mark Brandenburg ein zweite Kurwürde für sein Haus, die Luxemburger. Er ist auf dem Höhepunkt seiner Hausmachtpolitik. Kehrseite ist die Verpfändung von Reichsgut.
1375 Kaiser Karl IV. besucht die Stadt Lübeck. Ähnlich wie in den süddeutschen  Reichstädten, vor allem Nürnberg, versuchte er die Hanse mit ihren reichen Städten zu einer der Grundlagen seiner Macht zu machen. Zwischen seinen Besitzungen in Luxemburg und in Böhmen schafft er eine territoriale Brücke.
1378 Kaiser Karl IV. stirbt in Prag und wird im Veitsdom beigesetzt. Von Karl IV. sind eine Autobiographie und andere Schriften erhalten. In der Autobiographie beschreibt er allerdings nur die Stationen seiner Kindheit und Jugend.
   
  Quellen:
Stoob, Heinz: Karl IV. und seine Zeit, Graz 1990;  Seibt, Ferinand: Karl IV., Nachdruck Frankfurt a.M. 2003.
   
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