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Anne Boleyn

1501 oder 1507
Anne Boleyn wird auf Hever Castle in der Grafschaft Kent oder in Blickling Hall in Norfolk geboren. Ihr Vater Thomas Boleyn entstammt einer reichen Händlerfamilie. Ihre Mutter Elizabeth Howard ist eine der Schwestern des Herzogs von Norfolk.
1514
Thomas Boleyn schickt seine Töchter Mary und Anne zur Erziehung ins Ausland, an den niederländischen und den französischen Hof.
1521
Anne Boleyn kehrt nach England zurück, wo sie ihren Cousin heiraten soll. Die Ehe kommt nicht zustande. Statt dessen tritt sie als Hofdame in den Dienst der Königin Katharina von Aragont, der ersten Ehefrau Heinrichs VIII. Die stets nach französischer Mode gekleidete Anne Boleyn wird zur Attraktion des britischen Hofes. Die Heirat mit Henry Percy, Graf von Northumberland verhindert Lordkanzler Kardinal Wolsey, möglicherweise auf Befehl von König Heinrich VIII. Dieser hat zunächst eine Affäre mit Annes Schwester Mary, bevor er um Anne selbst wirbt. Anne weist ihn ab, was nicht schwer fällt. Heinrich VIII. ist bereits mit Katharina von Aragon verheiratet.
1527
Der Frauenheld Heinrich VIII. gibt nicht auf. Wegen eines fehlenden männlichen Erben fordert er die Annullierung seiner bestehenden Ehe. Doch Papst Clemens VII. verweigert seine Zustimmung.
1529
Heinrich VIII. holt die Meinungen europäischer Universitäten zur Annullierung von Ehen ein. Zugleich wird unter der Federführung von Edward Fox eine Sammlung alter Quellen zusammengestellt, die das Recht der englischen Kirche auf "provinzielle Selbstbestimmung" untermauern sollte (Collectanea satis copiosa). Anne Boleyn fördert Heinrichs Arbeit, wobei ihre Sympathie zum Reformator Martin Luther sichtbar wird. Königin Katharina wird in den Hintergrund gedrängt, Anne tritt in der Rolle der ungekrönten Königin auf.
1532
Anne Boleyn begleitet Heinrich VIII. beim Staatsbesuch in Frankreich. Sie wird zur Marchioness of Pembroke erhoben.

Anne Boleyn wird zweite Ehefrau Heinrichs VIII.

1533
Anne Boleyn ist von Heinrich VIII. schwanger. Wahrscheinlich am 25. Januar heiratet sie ihn in geheimer Zeremonie.
Der neue Erzbischof von Canterbury, Thomas Cranmer, verkündet am 23. Mai die Ungültigkeit der Ehe mit Katharina. Rückwirkend bestätigt er die Heirat mit Anne Boleyn, die am 1. Juni feierlich gekrönt wird. Statt eines Prinzen gebiert die neue Königin am 7. September ein Mädchen, die spätere Königin Elisabeth I.
1534
Am 23. März tritt die Suprematsakte in Kraft, in denen der König zum Oberhaupt der Kirche Englands erklärt wird.
Während der drei Jahre an der Seite Heinrichs VIII. fördert Anne die Reformation, die Musik und die Kunst. Zum Verhängnis wird ihr, dass sie wie ihre Vorgängerin Katharina keinen männlichen Thronerben zur Welt bringt.
1536
Lordkanzler Thomas Cromwell setzt eine Intrige in Gang, deren Hintergründe nicht völlig geklärt sind. Anne Boleyn wird am 1. Mai verhaftet und in den Tower geworfen. Die  Anklage lautet auf  Ehebruchs mit fünf Männern, darunter ihrem eigenen Bruder, und der Planung der Ermordung des Königs.
In einem Schauprozess verurteilt das Gericht alle sechs Angeklagten zum Tode. Anne wird gezwungen, die Ungültigkeit ihrer Ehe mit Heinrich anzuerkennen. Sie wird am 19. Mai im Tower mit dem Schwert hingerichtet und in St. Peter ad Vincula im Tower begraben.
Heirat und Hinrichtung von Anne Boleyn waren ein Teil des Abspaltungsprozesses Englands von der römisch-katholischen Kirche. Anne wird später als Märtyrerin der englischen Protestanten gefeiert, ihre historische Rolle ist aber auch unter Berücksichtigung ihres persönlichen Ehrgeizes zu bewerten.
Die Hinrichtung Anne Boleyns begründet die Legende des Spuks im Londoner Tower. Sie soll dort mit dem Kopf unter dem Arm in der Nacht umherirren.
   
  Literatur: Retha M. Warnicke, The Rise and Fall of Anne Boleyn, Cambridge 1989; Antonia Fraser, Die sechs Frauen Heinrichs VIII., Berlin 1995; Eric Ives, The Life and Death of Anne Boleyn, 2005.
   
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