Biografien
menü
Antike Mittelalter 1500 1600 1700 1800 1850 1900 '20 '40 '60 '80 Heute


freunde-fans-follower
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

 

Rainer Werner Fassbinder

1945 Rainer Werner Fassbinder wird in Bad Wörishofen geboren, einem Kurort zwischen München und dem Bodensee. Der Vater ist Arzt, die Mutter Dolmetscherin. Nach der Scheidung seiner Eltern 1951 wohnt Fassbinder zunächst bei der Mutter. Als sie erkrankt, lebt er in verschiedenen Heimen oder bei Verwandten.
1961 Kurz vor dem Abitur verlässt Fassbinder das Gymnasium. 
1963-1967
Im Münchner Fridl Leonhard Studio nimmt Fassbinder Schauspielunterricht. Dort trifft er auf Hanna Schygulla, mit der er in vielen seiner Produktionen die weibliche Hauptrolle besetzt. Zu Fassbinders ersten Werken zählen die Kurzfilme "Die Stadtstreicher" und "Das kleine Chaos". Für "Nur eine Scheibe Brot. Dialog über einen Auschwitzfilm" wird er mit einem Preis ausgezeichnet.
1967-1968 Fassbinder arbeitet für das Münchner "Action Theater" und der Schauspielergruppe "antitheater".
1969
Fassbinder produziert mit der Gruppe des "antitheater" seinen ersten Spielfilm "Liebe ist kälter als der Tod". Im selben Jahr entsteht der Film "Katzelmacher", der sich mit dem Leben der Gastarbeiter auseinandersetzt. 
1970 Es entsehen eine Fülle von Filmen, außerdem inszeniert Fassbinder Theaterstücke und schreibt die Hörspiele "Preparadise sorry now" und "Ganz in weiß".
1971 Gründung des "Filmverlags der Autoren". Fassbinder ist bis 1977 Mitglied.
1972
Fassbinder dreht, als Gegenstück der "Heile-Welt-Geschichten", seine Familienserie "Acht Stunden sind kein Tag". Nach fünf Folgen wird die umstrittene Produktion wieder eingestellt.
1974 In seinem Spielfilm "Angst essen Seele auf" thematisiert Fassbinder eine Liebesbeziehung zwischen einer älteren deutschen Putzfrau und einem jungen marokkanischen Gastarbeiter. Im selben Jahr hat die Romanverfilmung von Theodor Fontanes "Effi Briest" Premiere. 
1974-1975
Für eine Saison leitet Fassbinder das Frankfurter TAT (Theater am Turm).
1975 Am 31. Oktober 1985 produziert Rainer Werner Fassbinder mit seinem Stück "Der Müll, die Stadt und der Tod", das sich mit der Immobilienspekulation in Frankfurt auseinandersetzt, einen Theaterskandal. Die Frankfurter Jüdische Gemeinde stuft das Stück als antisemitisch ein. Durch eine Bühnenbesetzung im Kammerspiel des  Schauspielhauses wird die Aufführung verhindert. 
1977 In den USA feiert Fassbinder Erfolge als Vertreter des Neuen Deutschen Films, der das behäbige Nachkriegskino endgültig abgelöst hat. Auf einem Fassbinder-Festival werden 12 seiner Produktionen gezeigt.
1978 Die Filmwelt beschäftigt sich mit den politischen Ereignissen von 1977. Im "Deutschen Herbst" entführte die Terrororganisation RAF (Rote Armee Fraktion) den  Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer. Fassbinder beteiligt sich mit Alexander Kluge, Volker Schlöndorff und weiteren Regisseuren an der Gemeinschaftsproduktion "Deutschland im Herbst". Am Drehbuch beteilgt ist Heinrich Böll.
1979 Mit "Die Ehe der Maria Braun" stellt Fassbinder den ersten Film seiner BRD-Trilogie fertig. Wie später in "Lola" und "Der Sehnsucht der Veronika Voss" wirft Fassbinder einen Blick auf die Träume und Wünsche in der Nachkriegszeit aus weiblicher Perspektive.
1979-1980 Mit einer 13-teiligen Verfilmung von Alfred Döblins Roman "Berlin Alexanderplatz" schreibt Fassbinder Fernsehgeschichte. 
1981 Mit "Lili Marleen" und "Lola" erzielt Fassbinder große Erfolge beim Publikum. In "Lili Marleen" zeichnet er das Leben der Sängerin Lale Andersen nach, deren Lied "Wie einst Lili Marleen" im Zweiten Weltkrieg von den Soldaten auf allen Seiten der Front gehört wurde. "Lola" bildet den zweiten Teil der BRD-Trilogie.
1982 Der Film "Die Sehnsucht der Veronika Voss" schließt Fassbinders BRD-Trilogie ab. Bei der 32. Berlinale erhält er den Goldenen Bären.
Am 10. Juni 1982 stirbt Rainer Werner Fassbinder im Alter von 37 Jahren in seiner Münchner Wohnung, vermutlich nach Einnahme von Kokain und Schlaftabletten. Er wurde zum Opfer seiner exzessiven Lebensweise und seines Arbeitswahns. Als Schauspieler, Theaterintendant, Autor, Regisseur und Produzent hatte er sich überfordert. Im Laufe seine Lebens erhielt Fassbinder fünf Bundesfilmpreise und mehrere internationale Auszeichnungen.
   
  Literatur:


footer

Frage zum Lebenslauf abgeben:

comments powered by Disqus





Nach oben