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Vergil

70
Publius Vergilius Maro (gelegentlich auch Virgil genannt), wird  am 15. Oktober in Andes (heute Pietole bei Mantua) als Sohn des Vergilius Maro und der Magia Polla geboren. Er stannt wohl aus kleinen, bäuerlichen Verhältnissen, war wohl römischer Bürger, vielleicht sogar Ritter. Sein Vater versuchte ihm möglichst gute Bildungschancen zu verschaffen. Vergil liest in Cremona und in Mailand die griechischen und lateinischen Autoren, vor allem die Dichter.
55 Nach Anlegen der toga virilis (Volljährigkeit) geht Vergil zum Studium der Rhetorik nach Rom, um Anwalt zu werden. Er ist aber nicht für den Beruf geeignet, sein einziger Prozeß wird zum Misserfolg. Vergil steht dem Autorenkreis der Neoteriker ("die Neuen") nahe, der sich von der traditionellen römischen Dichtkunst abgrenzt, und schreibt seine ersten Jugendgedichte. Vergil geht weiter nach Neapel, wo er epikureische Philosophe studiert, später wird er sich auch der stoischen Philosophie widmen.
42-39 Arbeit an den Bucolica (Hirtengedichte), auch Eclogae genannt. Vergil knüpft an die Idyllen des Theokrit an und schildert eine harmonische, aber wirklichkeitsfremde Welt des einfachen Landlebens. Sein wirk wird schnell populär. Die eigentlich auf Augustus (Octavian) bezogene vierte Ecloge wird von den Christen als Voraussage der Ankunft Christi uminterpretiert.
41 Bei Landzuweisungen an Veteranen wird Vergils Familie enteignet, aber offenbar großzügig entschädigt. Etwa zu diesem Zeitpunkt hat Vergil auch Zugang zu Asinius Pollio, Cornelius Gallus und Varius Rufus, die ihn dem Kreis um Augustus und Maecenas näher bringen.
38
Vergil und Varius empfehlen Horaz dem Maecenas. Maecenas wird zum Förderer von Horaz. Der heutige Begriff "Mäzen" leitet sich davon ab.
37 Im Frühjahr nimmt Vergil nimmt an den Verhandlungen zwischen Marc Anton und Augustus in Brindisi teil.
37-30
Arbeit an den Georgica (Gedicht vom Landbau). Vergil wird das vollendete Werk im Sommer 29 in Atella Augustus vorlesen. Die Georgica sind Hesiod, Lukrez und den Lehrwerken des Hellenismus verpflichtet. Sie beschreiben Feldbestellung, Bäume und Reben, Vieh- und Bienenzucht. Allerdings wendet sich Vergil nicht etwa an die Bauern selbst, sondern an die gehobenen Schichten Roms. 
29-19
Arbeit an der Aeneis. Die Arbeit wird von Augustus mit Aufmerksamkeit verfolgt, Properz preist bereits 26 die Aeneis als etwas, das grösser als die Ilias wird, 23 liest Vergil Teile im Kaiserhaus vor. Die Arbeit ist aber bei seinem Tod unvollendet. Vergil gibt in seinem Testament die Anweisung, alles zu vernichten, was er nicht selbst veröffentlicht hätte. Augustus verhindert dies und beauftragt Varius mit der Herausgabe. Die Aeneis, das Epos von den Ursprüngen Roms und wird zum Nationalmythos der Römer. Sie schildert das Schicksal des Aeneas nach dem Fall Trojas, der nach wechselvollen Fahrten mit seine Leuten die ihm von den Göttern bestimmte neue Heimat Latium findet. Die Aeneis knüpft an Homer an, und deutet die weltgeschichtliche Stellung Roms aus der Augusteischen Ordnung. Das Zeitalter des "Friedenskaisers Augustus" pries Vergil  als Vollendung der Geschichte.
19 Die letzten Lebenjahre verbringt Vergil zurückgezogen vor allem in Neapel. Er stirbt am 21. September auf der Rückkehr von einer Griechenlandreise in Brindisi, seine Gebeine werden nach Neapel zurückgebracht, wo sein Grab lange tiefe Verehrung genoß. Mit Ovid und Horaz gehört Vergil zu den größten Dichtern seiner Zeit. Die Wirkung der Aeneis reicht weit über Rom hinaus. Bereits die Spätantike schuf eine Fülle von Handschriften und Kommentaren und macht die Aeneis zum Schulbuch, die heidnischen Dichter sehen sie als Inbegriff ihrer Kultur, die christlichen als das Vorbild in der Form. Die Vergil-Rezeption führt durch das Mittelalter (Heinrich von Veldeke) in die Renaissance (erste dt. Übersetzung 1515), und beeinflusst die europäische Epik und Bukolik (Schäferdichtung). In der Volksüberlieferung wird Virgil zum Zauberer. Die Wirkung hält bis heute an, nur in Deutschland wird sie durch die Wiederentdeckung des Homer im 19. Jh. überlagert .
   
  Literatur: Marion Giebel: Vergil. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, 4. Aufl. Reinbek 1999; Pierre Grimal, Vergil, Düsseldorf und Zürich 2000; Niklas Holzberg: Vergil. Der Dichter und sein Werk, München 2006.
   
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