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Hieronymus - Kirchenvater

346 oder 347
Sophronius Eusebius Hieronymus wird in Stridon in Istrien geboren, dem heutigen Strigova in Kroatien. Die Eltern sind wohlhabende Christen. Hieronymus wird jung nach Rom geschickt, um bei Aelius Donatus und anderen Lehrern eine fundierte literarische Ausbildung zu erhalten. Hieronymus liest die klassische Literatur und genießt die Stadt. Der Legende soll ihm im Traum ein Engel die geliebten Bücher weggenommen haben. Nach der Taufe geht Hieronymus in die Kaiserresidenz Trier.
um 370
Anschluss an eine Asketengemeinschaft  in Aquileja, der Heimat seines Studienfreundes Rufinus.
373 Pilgerreise nach Jerusalem. Hieronymus erkrankt in Antiochia, und bleibt als Eremit in der Wüste Chalkis im Osten von Syrien. Er lernt Hebräisch, bricht sein Eremitendasein aber wieder ab.
379 Priesterweihe in Antiochia durch den Bischof Paulinus. Hieronymus bindet sich aber nicht an eine örtliche Kirche.
381
Das erste Konzil von Konstantinopel (Ökumenisches Konzil) findet statt. Hieronymus setzt sich dort dem griechischen Kirchenvater Gregor von Nazianz und den Schriften des Theologen Origenes auseinander.
382-384
Der gelehrte und mit den Kirchenverhältnissen im Orient vertraute Hieronymus wird von Papst Damasus I. als Sekretär angestellt (später wird er fälschlicherweise als Kardinal dargestellt). Im Rom wird er zum Seelsorger eines asketischen Kreises. Dort verkehrt auch die römische Oberschicht, so Paula und ihre Tochter Eustochium. Sie finanzieren Hieronymus später seine Studien und den Aufenthalt im Heiligen Land. Er erhält von Papst Damasus den Auftrag, die lateinische Bibelübersetzung zu revidieren. Hieronymus übersetzt das Neue Testament.
384
Nach dem Tod von Papst Damasus I. wird Hieronymus vom Römischen Klerus angefeindet und bei der Papstwahl übergangen. Enttäuscht zieht er über Zypern, Antiochia und Alexandria wieder in den Orient.
386
Hieronymus lässt sich endgültig in Betlehem nieder, das er nie wieder verlässt. Dort gründet er mit dem Vermögen seiner Gönnerinnen Paula und Eustochium ein Frauen- und ein Männerkloster mit Schule und Bibliothek.  Hieronymus leitet die christliche Gemeinschaft selbst bis zu seinem Tode.
391-406 Revision bzw. Neuübersetzung des Alten Testaments.
Die Bibelübersetzung des Hieronymus wird als Vulgata für die lateinische Kirche zum verbindlichen Werk. Hieronymus arbeitet an weiteren Übersetzungen und Schriften: Kirchengeschichte des Eusebios mit eigenen Ergänzungen, die Viten (Lebensläufe) der frühen Mönche und die Pachomiusregel, theologische Kommentare, Abhandlungen und Streitschriften. Außerdem verfasst Hieronymus die erste christliche Literaturgeschichte (De viris illustribus) und die Homilien (Predigten). Weitere zahlreiche Briefe entstehen, die den Kirchengeschichtlern als Quelle dienen. Hieronymus war in heftige theologische Kontroversen verstrickt, so mit Paulinus, mit Augustinus über die Gnadenlehre, und mit den Pelagianern und Iovinian. Hieronymus schreibt dabei satirische Polemiken.
419 oder 420 Hieronymus stirbt am 30.September in Betlehem. Seine Gebeine sollen im Mittelalter nach Rom gebracht worden sein, nach Santa Maria Maggiore.  Hieronymus ist einer der vier lateinischen Kirchenväter, neben Augustinus, Ambrosius und Papst Gregor dem Großen. Seine Bedeutung liegt vor allem in seiner Übersetzung der Heiligen Schrift ins Lateinische, seinen theologischen Schriften und der Kirchengeschichte. Hieronymus wurde heilig gesprochen. Sein Gedenktag ist der 30. September. In Bildern wird er oft als Kardinal mit einem Löwen dargestellt. Der Legende nach hatte ihm Hieronymus einen Dorn aus der Pfote entfernt, worauf der Löwe zahm wurde und ihm folgte.
   
  Literatur: Alfons Fürst: Hieronymus. Freiburg 2003; Grützmacher, Georg: Hieronymus. Leipzig 1901-1908, Neudruck Aalen 1986.
   
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