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Richelieu

1585
Armand-Jean du Plessis de Richelieu wird am 9. September auf Schloss Richelieu, dem heutigen Département Indre-et-Loire als Sohn des François du Plessis und der Susanne de La Porte geboren. Die Familie stammt aus niederem Adel. Der der Vater, ein bedeutender Heerführer, fällt in Richelieus früher Jugend im Krieg der Katholischen Liga gegen Heinrich IV. Die Familie erhält den Bischofssitz von Luçon in Westfrankreich als Versorgung.
1594
Richelieu studiert Theologie am Collège de Navarre in Paris, um später den Bischofssitz zu übernehmen. Anschließend absolviert er eine militärische Ausbildung. 
1608
Richelieu wird zum Bischof von Luçon. Er beginnt die Ordnung zu reorganisieren. Als erster Bischof in Frankreich setzt er die Beschlüsse des Konzils von Trient um.
1616
Maria von Medici, die als Königinmutter für Ludwig XIII. die Staatsgeschäfte führt, holt Richelieu an den französischen Königshof. Er wird zum Staatssekretär für Außenpolitik und Kriegsführung. 
1617 Ludwig beendet die Herrschaft seiner Mutter, Richelieu wird nach Avignon verbannt.
1619
Ludwig XIII. holt Richelieu zurück an den Hof. Er soll zwischen ihm und seiner Mutter als Streitschlichter wirken.
1622
Richelieu wird auf Betreiben Maria von Medicis durch Papst Gregor XV. zum Kardinal ernannt.
1624
Richelieu wird der wichtigste Berater Ludwig XIII. und sein erster Minister. Richelieu reformiert die Verwaltung und entmachtet den Adel. Er lässt ein eigenes System von Verwaltungsbeamten und Spitzeln aufbauen und zerstört die militärische Macht der Anhänger der im vorhergehenden Jahrhundert von Calvin betriebenen Reformation, die in Frankreich Hugenotten genannt werden. Mit der Entmachtung des Adels treibt er die Etablierung eines absolutistischen Herrschaftssystems voran: Alle Macht fällt nun dem König zu.

Richelieu im 30-jährigen Krieg

1631
Um die europäische Vormachtstellung der Habsburger zu unterminieren, unterstützt Richelieu die protestantischen Fürsten im 30-jährigen Krieg. König Gustav Adolf von Schweden erhält finanzielle Zusicherungen.  
1635
Das katholische Frankreich tritt offen in den Krieg gegen den Papst und den katholischen Habsburger, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Dabei gehört sogar Richelieus Frau den Habsburgern an.  
Im selben Jahr gründet Richelieu die Wissenschaftsgesellschaft der Académie Française.
1642
Richelieu stirbt am  4. Dezember in Paris. Er wird in der Kapelle der Sorbonne beigesetzt. Seine politische Vision war ein Europa unter der Hegemonie Frankreichs anstatt der Habsburger. Frankreich sollte in einen absolutistischen Staat umgewandelt werden. Gleichzeitig förderte Richelieu auch den Merkantilismus und die Kunst.
  Literatur:
Jean Meyer, Frankreich im Zeitalter des Absolutismus, 1515-1789. Aus dem Frz. übertr. v. Friedrich Weinert (Geschichte Fankreichs 3), Stuttgart 1990; François Bluche, Richelieu, Paris, 2003; Joseph Bergin: Richelieu and his age, Oxford 1992.

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