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Wilhelm I. - Deutscher Kaiser

Steckbrief: Kaiser Wilhelm I. lebte von 1797 bis 1888. Stichworte zum Lebenslauf von Wilhem I. sind "Kartätschenprinz", Deutsches Reich und "Kaiser unter Bismarck". Kurze Zusammenfassung der Biographie: Wilhelm I. wollte nur König von Preußen sein. Die Kaiserkrone nahm er widerwillig von Bismarck entgegen.
1797
Friedrich Wilhelm Ludwig wird am 22. März 1797 im Kronprinzenpalais in Berlin geboren. Er ist der zweite Sohn des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III.  und der Luise von Mecklenburg-Strelitz. Seine Erziehung erhält er durch den preußischen Pädagogen und Theologen Johann Gottlieb Delbrück. Schon 1807, im Alter von neun Jahren, wird er als Offizier in die preußische Armee aufgenommen.
1814 Teilnahme an den Befreiungskriegen gegen Napoleon.
1819
Wilhelm wird zum Inspekteur des VII. und VIII. Armeekorps ernannt.
1826
Auf Drängen des Vaters verlässt Wilhelm seine Freundin Elisa von Radziwill. Die Tochter eines polnischen Fürsten erscheint dem preußischen Königshaus nicht standesgemäß.
1829 Wilhem heiratet in einer vom Vater arrangierten Zweckehe Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach. Aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor: 1831 wird Friedrich Wilhelm geboren, der spätere "99-Tage-Kaiser" Friedrich III. und 1838 Luise, die spätere Großherzogin von Baden.
1840 Wilhelm älterer Bruder Friedrich Wilhelm IV. tritt die Regierung an. Da dieser kinderlos ist, wird Wilhelm zum Thronfolger. Er erhält den Titel "Prinz von Preußen".
1848 Während der Berliner Märzrevolution von 1848 lässt Wilhelm Militär gegen die Demonstranten einsetzen. Straßenkämpfe brechen aus, 183 Menschen finden den Tod. Wilhelm erhält den Beinamen "Kartätschenprinz".
1849 Wilhelm lässt liberale Aufstände in Baden und der Pfalz mit preußischen Truppen niederschlagen.
1849-1958 Wilhelm herrscht über die Provinz Westfalen und die Rheinprovinz als Generalgouverneur. Mit seiner Gattin Augusta lebt er im Kurfürstlichen Schloss in Koblenz.
Auf Initiative Augustas sind auch liberal gesinnte Gelehrte am Koblenzer Hof zu Gast, darunter der Historiker Maximilian Duncker und der Jurist und Politiker August Moritz von Bethmann-Hollweg. Dessen Enkel Theobald von Bethmann-Hollweg ist Reichskanzler von 1909 - 1917.
1857 Wilhelms Bruder Friedrich Wilhelm IV. ist nervlich zusammengebrochen. Wilhelm übernimmt zuerst vorübergehend und im Folgejahr endgültig die Regierungsgeschäfte.
1861 Friedrich Wilhelm IV. stirbt am 2. Januar: Nach dem Tod seines Bruders wird Wilhelm I. König von Preußen. Im Juli verübt ein Student ein Attentat auf Wilhelm I. Der König wird leicht verletzt. Am 18. Oktober, dem Jahrestag der Leipziger Völkerschlacht, lässt sich Wilhelm I. zum König krönen.
1862 Wilhelm I. beruft Otto von Bismarck zum Ministerpräsidenten. Bismarck nutzt die Position, um in drei Kriegen das Deutsche Reich politisch zu einigen. Die militärischen Oberbefehl überlässt er Wilhelm I.
1864-1870 1864 siegt Wilhelm im Deutsch-Dänischen Krieg. Im Deutschen Bruderkrieg von 1866 schlägt Wilhelm eine Koalition aus Österreich und Bayern. 1870, im Deutsch-Französischen Krieg, führt Wilhelm den Oberbefehl in der kriegsentscheidenden Schlacht bei Sedan. Nach der Schlacht gelingt die Festnahme des französischen Kaisers Napoleon III.

Deutscher Kaiser wider Willen

1871
Noch während des Krieges gegen Frankreich gründet Bismarck am 18. Januar 1871 das Deutsche Kaiserreich. Der Gründungsort liegt nicht auf deutschem, sondern auf  französischem Boden. Im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles wird die Reichsgründung proklamiert. Wilhelm I. wird von Bismarck zum deutschen Kaiser erhoben. Weil Wilhelm die preußischen Krone höher schätzt als die "Schmutzkrone" des Deutschen Reichs, nimmt er den Titel nur widerwillig an. Die Regierungsgeschäfte überlässt er Bismarck.  
1878 Zwei Attentate werden von Einzelpersonen auf Kaiser Wilhelm I. verübt. Beim zweiten Attentat wird der Kaiser schwer verwundet.
1883 Anarchisten verüben einen Anschlag auf Kaiser Wilhelm I. Das Attentat misslingt, weil das Dynamit wegen der feuchten Witterung nicht zündet.
1888
Dreikaiserjahr. Am 9. März 1888 stirbt Kaiser Wilhelm I. in Berlin. Er wird im Mausoleum im Schlosspark von Charlottenburg begraben. Nachfolger wird der "99-Tage-Kaiser", sein an Kehlkopfkrebs erkrankter Sohn Friedrich III.
Nach dem plötzlichen Tod von Friedrich am 15. Juni 1888 wird Wilhelm II. zum deutschen Kaiser. Er ist der Enkel von Wilhelm I.
  Literatur:
Herre, Franz: Kaiser Wilhelm I. Der letzte Preuße. Köln 1980;  Ullrich, Volker: Die nervöse Großmacht 1871 - 1918. Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs, Frankfurt 1977.

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