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Johann Heinrich Pestalozzi

1746 Johann Heinrich Pestalozzi wird am 12. Januar in Zürich geboren. Seine Eltern sind der Chirurg Johann Baptist Pestalozzi (Chirurg) und dessen Frau Susanne Hotz.
1751  Sein Vater stirbt. Johann Heinrich besucht die Elementarschule.
1754  Pestalozzi besucht die weiterführenden Schulen Schola Abbatissana, Schola Carolina und das Collegium humanitatis. 
1763  Beginn des Studiums von Theologie und Jurisprudenz (Jura) in Zürich. Pestalozzi begeistert sich für die Ideen des aufklärerischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau, insbesondere für seine pädagogische Theorie, die er im Erziehungsroman Émile darlegte.
1767  Pestalozzi bricht sein Studium vorzeitig ab. Er möchte Bauer werden. In einer landwirtschaftlichen Lehre auf dem Gut von Johann Rudolf Tschiffeli bei Kirchberg im Kanton Bern erlernt Pestalozzi den Obst- und Feldbau.
1769  Gegen den Widerstand ihrer Eltern heiratet Pestalozzi am 30. September Anna Schulthess (geboren 1938). Pestalozzis Ideen einer Verknüpfung von Landwirtschaft und Erziehungsanstalt, verbunden mit finanziellen Zuwendungen der Familie Schulthess, führen kurz nach der Hochzeit in den finanziellen Ruin. 
1770  Sein Sohn Hans Jakob wird geboren. 
1775  Auf dem Gut Neuhof im Aargau, den er seit drei Jahren unter großer Not bewirtschaftet, richtet Pestalozzi eine Armenanstalt ein.
1780  Die Armenanstalt kann wirtschaftlich nicht mehr aufrecht erhalten werden. 
1781  Mit "Lienhard und Gertrud" erscheint der Pestalozzis erster pädagogischer Roman.
1792  Pestalozzi wird am 26. August zum französischen Ehrenbürger ernannt, was bei der Zürcher Obrigkeit mit Argwohn bedacht wird. Der Patriot Pestalozzi befürwortet zeitweise den Einmarsch französischer Truppen in die Schweiz, da er die Einheit der Eidgenossen in Gefahr sieht und sich aus dem französischen Zentralismus eine Lösung erhofft.

Pestalozzis Pädagogik mit Kopf, Herz und Hand

1798  Vom Dezember bis zum Juni 1799 leitet Pestalozzi ein Waisen- und Armenhaus in Stans. Dabei hat er zusammen mit einer Magd 80 Kinder zu betreuen. Er opfert sich völlig auf. Es entsteht der nicht mehr im Original erhaltene "Stanser Brief". Als Adressat wird der Zürcher Buchhändler Heinrich Gessner vermutet. Im Stanser Brief beschreibt Pestalozzi seine Pädagogik von "Kopf, Herz und Hand". Viele Gedanken seiner praxisorientierten Pädagogik, wozu auch Schulwanderungen gehören, finden sich rund 100 Jahre später in den reformpädagogischen Theorien von Maria Montessori (Pädagogik vom Kinde aus), Rudolf Steiner (Waldorfpädagogik), und Peter Petersen (Jenaplan-Schule) wieder. Mit der antiautoritären Pädagogik von A.S. Neill hingegen bietet Pestalozzis Erziehungmodell wenig Berührungspunkte.
1799  Im Alter von 53 Jahre fasst Pestalozzi den Entschluss, Lehrer zu werden. Er überzeugt die Behörden von seiner Eignung und unterrichtet erfolgreich nach seiner eigenen Pädagogik in Burgdorf.
1801  "Wie Gertrud ihre Kinder lehrt", sein pädagogisches Hauptwerk, erscheint. Am 15. August stirbt Pestalozzis Sohn Hans Jakob, der an Epilepsie erkrankt war.
1804 Im Schloss Yverdon im ostschweizerischen Kanton Waadt gründet Pestalozzi auf der Basis seiner Erfahrungen in Burgdorf ein Erziehungsinstitut. Im Schloss selbst werden die Jungen unterrichtet, im "Töchterinstitut" gleich neben dem Schloss die Mädchen. Seine pädagogischen Erfolge werden bald über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus bekannt. Pestalozzi erhält internationale Beachtung. Bis 1974 wurde das Schloss Yverdon als Schule genutzt. Zu seinen Besuchern in Yverdon gehört auch Friedrich Fröbel, der Erfinder des Kindergartens.
Anna Pestalozzi, die sich Zeit ihres Lebens aufopferungsvoll um alle Kinder der Schulversuche ihres Gatten gekümmert hatte, ist gesundheitlich angeschlagen.
1809  In der sogenannten Lenzburger Rede "Über die Elementarbildung" formuliert Johann Heinrich Pestalozzi seine Vorstellungen über die ganzheitliche Pädagogik.
1815  Tod von Pestalozzis Frau Anna.
1816  Nach internen Streitigkeiten um die Leitung der Schule verlassen 16 Lehrer das von Pestalozzi gegründete Institut auf Schloss Yverdon.
1825  Pestalozzi gibt erst jetzt das Institut endgültig auf und kehrt auf den Neuhof zurück. 
1826  Im "Schwanengesang" zieht Pestalozzi Bilanz seines Lebens. 
1827  Am 17. Februar stirbt der Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi in Brugg. Der Kanton Aargau errichtete 1846, zu Pestalozzis 100. Geburtstag, ein Grabdenkmal zu seinen Ehren mit folgender Inschrift: Hier ruht Heinrich Pestalozzi, geb. in Zürich am 12. Jänner 1746, gest. in Brugg am 17. Hornung 1827. Retter der Armen auf Neuhof. Prediger des Volkes in Lienhard und Gertrud. Zu Stanz Vater der Waisen. Zu Burgdorf und Münchenbuchsee Gründer der neuen Volksschule. Zu Iferten Erzieher der Menschheit. Mensch, Christ, Bürger. Alles für Andere, für sich Nichts. Segen seinem Namen!
   
  Literatur:
Kuhlemann, Gerhard / Brühlmeier Arthur: Basiswissen Pädagogik. Historische Pädagogik 2. Johann Heinrich Pestalozzi. Hohengehren 2002; Liedtke, Max: Pestalozzi. Reinbek bei Hamburg, 1968.

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