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Alexander Sutherland Neill

Steckbrief: A.S. Neill  lebte von 1883 bis 1973. Stichworte zum Lebenslauf von Neill sind Summerhill, angstfreie Erziehung und antiautoritäre Pädagogik. Kurze Zusammenfassung der Biographie: Mit der Summerhill-Schule setzte Neill die Theorie der antiautoritären Erziehung in die Praxis um.
1883 A.S. Neill wird am 17. Oktober im schottischen Forfar als viertes Kind des Schulleiters George Neill und seiner Frau Mary geboren.
1899  Als "pupil teacher" (Hilfslehrer) unterrichtet Neill erstmals an der Schule seines Vaters. 
1903  A.S. Neill unterricht als Lehrer erst in die Nähe von Edinburgh, später an der Kingskettle School in der schottischen Grafschaft Fife. 
1906  Er unterrichtet an der Newport Public School in der Hafenstadt Dundee und zusätzlich als Privatlehrer. 
1908  Beginnt eines Landwirtschaftsstudiums an der Universität Edinburgh. Nach einem Jahr wechselt er zum Studium englischer Literatur. Neill wird Herausgeber der Studentenzeitschrift "The Student" . 
1912  Neill legt den Master of Arts mit Auszeichnung ab. Er zieht nach London, um dort an einer Enzyklopädie mitzuarbeiten.
1913  Neill ist Autor und Mitherausgeber verschiedener Zeitschriften. Außerdem tritt er in die Labour Party ein und nimmt eine Stellung als Schulleiter an der Gretna Public School in Schottland an. Später wird er Lehrer an der King Alfred School in London.
1916  Neill wird zum Kriegsdienst einberufen, aber noch im selben Jahr wegen Krankheit wieder entlassen. 
1919  Der Tod seiner Schwester Clunie, die er sehr liebte, trifft Neill schwer. Bei Maurice Nicoll, einem Schüler von Carl Gustav Jung, dem Begründer der Analytischen Psychologie, begibt sich Neill in therapeutische Behandlung. 
1920  Neill stellt seine Lehrertätigkeit an der King Alfred School in London ein. Er wird Mitherausgeber der pädagogischen Vierteljahreszeitschrift "The New Era". Deren Ziel  ist der Gedankenaustausch über die verschiedenen Strömungen der Reformpädagogik. 
1921  Neill nimmt an der Gründungskonferenz der reformpädagogischen Bewegung "New Education Fellowship" in Calais teil. In der Nähe von Dresden gründet Neill seine "Neue Deutsche Schule". Sie gilt als Vorläufer von Summerhill. Neill verfolgt dort das Konzept einer angstfreien Erziehung. Jede ethische oder religiöse Unterweisung der Kinder lehnt Neill strikt ab.
1923  Die Schule zieht nach Österreich auf den Sonntagsberg um. 

Summerhill-Schule und antiautoritäre Erziehung

1924  Der Schulversuch in Österreich scheitert an der Schulaufsicht. Auch die Dorfbewohner empören sich über Neills sehr liberale Pädagogik. Neill verlegt die Schule nach Südengland in die Grafschaft Dorset. Der "Summerhill" bei Lyme Regis gibt der Schule ihren endgültigen Namen. Der Begriff der antiautoritären Erziehung ist von nun an mit den Namen Summerhill und Neill verknüpft.
1927  Neill heiratet die Australierin Lillian Neustätter. 
1935  In Oslo begegnet er dem Psychoanalytiker und Freigeist Wilhelm Reich. Zwischen den beiden Utopisten entstehen eine Freundschaft und ein Meinungsaustausch.
1937  Neill beginnt eine Psychoanalyse bei Wilhelm Reich in Norwegen. 
1944  Am 30. April stirbt seine Frau Lilian.
1945  Neill heiratet seine ehemalige Sekretärin Ena Wood.
1946  Im Oktober wird Tochter Zoë geboren.
1960  Mit "Summerhill: A Radical Approach to Child Rearing" erscheint in den USA eine Zusammenfassung von vier Büchern A.S. Neills. Seine antiautoritäre Erziehung wird zum Leitbild vieler Pädagoginnen und Pädagogen bis in die 70er Jahre hinein.
1973   Am 23. September stirbt Alexander S. Neill in Aldeburgh. Ena Wood übernimmt die Schulleitung von Summerhill. Zeit seines Lebens ist der Pädagoge A.S. Neill auch Lebenskünstler geblieben. An die Herausgeberin der Zeitschrift "The New Era" schrieb er in einem Brief: "Liebe Mrs. Ensor! Ich weiß, sie stellen sich vor, dass ich meine Zeit damit verbringe herumzurennen, um die Schulen Deutschlands zu besuchen. Die Wahrheit ist, dass ich den Tag damit verbringe, in der Sonne zu liegen. Gegenwärtig interessiere ich mich weit mehr für Sonnenbaden, Bier und Tabak als für all die neuen Erziehungsexperimente."
Einige Pädagogen erkennen in Janusz Korczak einen gemäßigten Vertreter der antiautoritären Bewegung. Dieser stand allerdings in keiner Verbindung zu Neill.  Heute ist A.S. Neill im Gegensatz zu Maria Montessori, Peter Petersen und Rudolf Steiner in Vergessenheit geraten. Nur noch sehr wenige Schulen arbeiten mit der Methode der antiautoritären Erziehung. 
   
  Literatur: 
Kühn, Axel D.: Alexander S. Neill, Reinbek bei Hamburg, 1995. Paetz, Andreas / Pilarczyk Ulrike (Hg.): Schulen, die anders waren. Zwanzig reformpädagogische Modelle im Überblick. Berlin 1990.

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