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Theodosius I. der Große - Römischer Kaiser

347
Flavius Theodosius wird am 11. Januar 347 in Cauca geboren, dem heutigen Coca. Die Kleinstadt liegt in der nordwestlichen spanischen Provinz. Sein Vater ist der gleichnamige Feldherr Theodosius.
368 - 369  Theodosius schlägt die militärische Laufbahn ein. Er nimmt an Feldzügen seines Vaters in Britannien teil. Der Vater wirft den Aufstand des Valentius nieder und sichert den Hadrianswall, die von Kaiser Hadrian befestigte Nordgrenze.
370  Mit seinem Vaters führt Theodosius Krieg gegen die Alemannen am Rhein. 
374  Theodosius erhält eine Militärprovinz auf dem Balkan. Er besiegt die Sarmaten, iranische Reiter, die mit der beginnenden Völkerwanderung aus dem Osten eindringen. Der heute vergessene Volksstamm wurde bereits in den Historien des Herodot erwähnt.
376  Theodosius beendet seine militärische Karriere. Er heiratet Aelia Flacilla aus der spanischen Provinz. 
377  Aelia Flacilla gebärt Arcadius, den ersten Sohn.
378  Valnes, der römische Ostkaiser, fällt in der Schlacht von Adrianopel am 9. August im Kampf gegen die Goten. In der Schlacht standen sich 30.000 Römer und 25.000 Goten gegenüber. Die Anzahl der gefallenen Römer wird auf 20.000 geschätzt.
Gratian, der Kaiser des römischen Westreiches, fürchtet um seine Herrschaft. Er holt Theodosius aus Spanien zurück und unterstellt ihm das Heer. 
379  Am 19. November wird Theodosius von Gratian zum Mitkaiser erhoben. Er erhält Dakien und Makedonien in Südosteuropa und die orientalische Provinz.  
380  Theodosius legt in seiner Eigenschaft als Kaiser ein symbolisches Bekenntnis zum Konzil von Nicäa ab. Das Treffen fand schon 325 statt. Konstantin der Große hatte es einberufen, um das Christentum zu vereinheitlichen. Die Bischöfe definierten in Nicaea die Grundzüge der christlichen Lehre und bekämpften abweichende christliche Glaubenslehren wie den Arianismus.
Gegen die Goten auf dem Balkan ist Theodosius zunächst militärisch erfolgreich, muss dann aber Niederlagen hinnehmen. Nach schwerer Krankheit lässt er sich am Ende des Jahres taufen. 
381  Theodosius beruft das Konzil von Konstantinopel ein. Er bekräftigt sein Bekenntnis vom 28. Februar des Vorjahres. Das Konzil erlässt Gesetze gegen das Heidentum und abweichende christliche Gruppen wie die Arianer.
382  Theodosius einigt sich diplomatisch mit den Goten. Gegen militärische Unterstützung für Rom erhalten sie Siedlunggebiete am Unterlauf der Donau. 
387  Theodosius schließt einen Vertrag mit dem Sassanidenreich. Armenien soll aufgeteilt werden. Im gleichen Jahr heiratet er Galla, die Schwester von Valentinian II. Valentinian war seit 375 Kaiser des römischen Westreiches, bis zum Tod seines Halbbruders Gratian war er Mitkaiser.
388  Theodosius zieht in den Krieg gegen Magnus Maximus. Dieser war zuvor in Italien eingefallen und hatte Valentinian II. in die Flucht geschlagen. Maximus wird von Theodosius geschlagen und getötet.
390  Nach der harten Niederschlagung von Unruhen in Thessaloniki schaltet sich Bischof Ambrosius ein. Er fordert Kaiser Theodosius zur Buße auf. 
391  Theodosius verlässt Italien. In Konstantinopel leitet er Maßnahmen gegen Nichtchristen ein. Tempel werden geschlossen und der Götterkult verboten. 
392  Am 15. Mai wird Valentinian II. erhängt in seinem Palast gefunden. Der Rhetoriklehrer Eugenius reißt die Herrschaft an sich, und wird von Arbogast unterstützt. Beide vertreten die römische, nichtchristliche Oberschicht.
393  Am 23. Januar erhebt Theodosius seinen Sohn Honorius zum Mitkaiser. Die Olympischen Spiele, die zu Ehren des Göttervaters Zeus ausgetragen werden, sind Theodosius ein Dorn im Auge. Sie werden verboten. Die griechischen Heiligtümer und Tempel, unter ihnen der Zeustempel in Olympia, werden 426 unter Theodosius II. flächendeckend zerstört. Die Athener Akademie, einst von Platon begründet, lehrt aber noch bis ins Jahr 529 weiter, ehe sie von Justinian für immer geschlossen wird.
394  Theodosius besiegt Eugenius und Arbogast am 6. Septemper in der Schlacht im Vipava-Tal, das heute zwischen Italien und Slowenien befindet. Eugenius wird gefangen genommen und hingerichtet. Von diesem Zeitpunkt bis zu seinem Tod ist Theodosius der letzte Kaiser des römischen Gesamtreiches.
395  Kaiser Theodosius I. stirbt am 17. Januar in Mediolanum, dem heutigen Mailand. Zuvor hatte er angeordnet, das Reich auf seine beiden Söhne zu verteilen. Die Einheit des Römischen Reiches ist für immer beendet.
   
  Literatur:
Leppin Hartmut: Theodosius der Große. Auf dem Weg zum christlichen Imperium; Darmstadt 2003; Lippold Adolf: Theodosius der Große und seine Zeit; München 1980.
 
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