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Hans Scholl

Steckbrief: Hans Scholl lebte von 1921 bis 1942. Stichworte zum Lebenslauf von Hans Scholl: Geschwister Scholl, Weiße Rose, Widerstand gegen Hitler. Kurze Zusammenfassung der Biographie: Hans Scholl rief mit der Gruppe "Weiße Rose" zum Sturz der Nationalsozialisten auf. Nach der Verteilung von Flugblättern wurde er  festgenommen und hingerichtet. 
1918 Am 22. September 1918 wird Hans Scholl in Ingersheim an der Jagst geboren. Die Familie zieht 1920 um, in die kleine Ortschaft Forchtenberg im Norden Württembergs. Der Vater Robert ist Stadtschultheiß (Bürgermeister), die Mutter Lina eine gläubige Protestantin. Die Geschwister Scholl wachsen in einem christlich-humanistischen und liberalen Elternhaus auf. 
1921 Am 9. Mai 1921 wird Sophie Scholl geboren.
1930 Die Familie Scholl zieht nach Ludwigsburg um.
1932 Die Familie Scholl zieht nach Ulm.
1933 Nach der Machtübernahme von Adolf Hitler gehören Hans und Sophie Scholl zunächst zu den Anhängern des NS-Regimes. Gegen den Willen der Eltern begeistern sich die jungen Gymnasiasten für das Gemeinschaftsideal der Nazis. Hans Scholl tritt in die Hitlerjugend ein. 
1934 Sophie Scholl tritt im Januar 1934 in den BDM (Bund Deutscher Mädel) ein. In der Jungmädel-Gruppe wird sie Scharführerin.
1935 Hans Scholl reist als Fahnenträger der Ulmer Hitlerjugend nach Nürnberg zum Reichsparteitag der NSDAP. Danach wächst bei ihm die Kritik am NS-Regime. Hans Scholl schätzt zwar das Gemeinschaftsgefühl, nicht aber die bedingungslose Unterordnung.
1937 Nach dem Abitur wird Hans Scholl zum RAD (Reichsarbeitsdienst) nach Göppingen einberufen. Seinen Wehrdienst beginnt er in Bad Cannstadt. Hans und Sophie Scholl werden für mehrere Wochen in Stuttgart inhaftiert. Grund sind ihre Aktivitäten für die christliche "Bündische Jugend". Die Bündische Jugend war teilweise in die NS-Jugendverbände integriert worden, teilweise verboten. Der evangelische Pfarrer Martin Niemöller wird wegen "Kanzelmissbrauchs" verurteilt und ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht.
1938 Hans Scholl bereitet sich mit einem Praktikum in Tübingen auf sein Medizinstudium vor.

Die Weiße Rose

1939 Beginn des Medizinstudiums an der Uni München. Hans Scholl hat Kontakt zu kritischen Studenten und Professoren. Zusammen mit Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willy Graf und Professor Kurt Huber gründet er später die Widerstandgruppe "Weiße Rose".
1941 Hans Scholl legt das Physikum ab.
1942 Sophie Scholl beginnt im Sommersemester ein Studium der Biologie und Philosophie an der Uni München. Wie ihr Bruder schließt sie sich dem Widerstand gegen Hitler an. Hans Scholl wird zeitweise an die Ostfront versetzt. Sein Studium nimmt er zum Wintersemester 1942 wieder auf, ebenso die Arbeit in der Weißen Rose. Eine Reihe von Flugblättern und Flugschriften werden verteilt.
1943 Die Flugblätter der Weißen Rose werden in verschiedenen Universitätsstädten verteilt, so in Köln, Stuttgart, Berlin und Wien. Am 15. Februar 1943 erscheint das sechste Flugblatt. Es enthält einen Aufruf zum Sturz des NS-Regimes. In England wird es nachgedruckt, und von britischen Flugzeugen über Deutschland abgeworfen. Per Rundfunk wird der Inhalt von der BBC verbreitet.

Am 18. Februar verteilen die Geschwister Scholl ca. 1700 Flugblätter an der Münchner Universität. Dabei werden sie vom Hausmeister beobachtet und verraten. Die Gestapo (Geheime Staatspolizei) verhaftet Sophie Scholl, Hans Scholl und den Studienkollegen  Christoph Probst.

Nach dreitägigem Verhör werden Hans und Sophie Scholl am 22. Februar in einem kurzen Prozess vor dem "Volksgerichtshof" mit Christoph Propst zum Tode verurteilt. Den Vorsitz führt Roland Freisler. Noch am selben Tag werden Sophie Scholl, Hans Scholl und Christoph Probst im Gefängnis München-Stadelheim enthauptet. Bis Oktober 1943 werden auch Alexander Schmorell, Willy Graf und Professor Kurt Huber hingerichtet.
Die Weiße Rose gehörte zum studentischen, christlichen Widerstand gegen das NS-Regime. Der Bischof von Münster, Graf von Galen, hatte in seinen Predigten indirekt zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen. Es gab aber keine Verbindung zwischen Graf von Galen und der Weißen Rose.
Weiteren Widerstand gegen Hitler leisteten Einzelpersonen wie Georg Elser und kommunistische Gruppierungen wie die "Rote Kapelle". 1944 scheiterte die Gruppe um Stauffenberg bei einem Attentat auf Hitler. 


  Literatur: 
Bald, Detlef: Die "Weisse Rose". Von der Front in den Widerstand, 2. Auflage 2009. Berlin 2003; Beuys, Barbara: Sophie Scholl – Biografie. München 2010; Breinersdorfer, Fred: Sophie Scholl. Die letzten Tage. Frankfurt/M. 2005; Ellermeier, Barbara: Hans Scholl. Biographie. Hamburg 2012; Steffahn, Harald: Die Weiße Rose. Reinbek 1992.

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