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Martin Niemöller

Steckbrief: Martin Niemöller lebte von 1892 bis 1984. Stichworte zum Lebenslauf von Martin Niemöller: Bekennende Kirche, Barmer Erklärung und Widerstand gegen Hitler. Kurze Zusammenfassung der Biographie: Der Priester Martin Niemöller wurde von den Nationalsozialisten ins Konzentrationslager gebracht. Später engagierte er sich in der Friedensbewegung.
1892 Am 14, Januar wird Martin Niemöller in Lippstadt (Westfalen) geboren. Er ist der Sohn des lutherischen Priesters Heinrich Niemöller und dessen Ehefrau Paula.
1900 Umzug der Familie Scholl nach Elberfeld. 
1910 Niemöller besteht das Abitur mit Auszeichnung. Noch im selben Jahr beginnt er seinen Dienst in der Kaiserlichen Marine.
1914 Unter Kaiser Wilhelm II. tritt Deutschland in den Ersten Weltkrieg ein.
1918 Martin Niemöller wird Kommandant von UC 67. Das U-Boot versenkt Handelsschiffe im Mittelmeer und legt Minen. Die deutsche Niederlage erschüttert Niemöller sehr.
1919 Ende des Ersten Weltkriegs. Niemöller beginnt ein Studium der Theologie. Wie sein Vater möchter er Priester werden. Hochzeit mit Else Bremer. Sieben Kinder gehen aus der Ehe hervor.
1920 Niemöller schließt sich nationalen, konservativen Kreisen an. In einem Freikorps bekämpft er die Kommunisten.
1924 Nach seiner Ordinierung zum protestantischen Priester arbeitet Niemöller als Geschäftsführer für die "Innere Mission" in Westfalen.
1931 Niemöller wird Pfarrer in Berlin-Dahlem. Politisch unterstützt er zu diesem Zeitpunkt, ebenso wie Hans und Sophie Scholl, noch die Nationalsozialisten.
1933 Nach der Machtübernahme von Adolf Hitler wendet sich Niemöller von den Nazis ab. Im Herbst 1933 initiiert er mit 70 anderen Priestern den "Pfarrernotbund", eine Vorläuferorganisation der "Bekennenden Kirche".

Bekennende Kirche verabschiedet die Barmer Erklärung

1934 Niemöller gehört zu einer Kirchendelegation, die mit Adolf Hitler zusammentrifft. Hitlers völkische Ideologie, die sich im sogenannten "Arierparagraphen" juristisch niederschlägt, lehnt Niemöller ab. Dafür wird er von seinen KIrchenämtern enthoben und erhält ein Predigt- und Redeverbot. Doch Niemöller lässt sich nicht einschüchtern. Im Mai kritisiert die "Bekennende Kirche" in der "Barmer Erklärung" die Nationalsozialisten. Der Entwurf der Erklärung stammt von Professor Karl Barth, einem Freund Dietrich Bonhoeffers.
1935 Niemöller wendet sich gegen die Thesen des NS-Ideologen Alfred Rosenberg. Er wird zeitweilig inhaftieret.
1937 Die Nationalsozialisten verschärfen die Verfolgung der Christen. Hans und Sophie Scholl werden wegen ihrer Tätigkeit für die christlich motivierte "Bündische Jugend". zeitweise inhaftiert. Niemöller wird wegen "Kanzelmissbrauch" am 1. Juli verhaftet und als "persönlicher Gefangener des Führers" ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht.
1939 Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.
1941 Niemöller wird ins Konzentrationslager Dachau verlegt, wo zahlreiche Priester inhaftiert sind.
1945 Ende des Zweiten Weltkriegs. Niemöller wird von US-Soldaten aus dem Konzentrationslager Dachau befreit.
1947-1964 Niemöller ist Kirchenpräsident der hessischen Landeskirche.
Ab 1950 Scharf kritisiert Niemöller die Wiederbewaffnung in der Adenauer-Ära. Teilnahme an Ostermärschen. Wegen dieser Äußerung erstattet Verteidigungsminister Franz Josef Strauß 1951 Anzeige gegen Niemöller: "Und darum ist heute die Ausbildung zum Soldaten die hohe Schule der Berufsverbrecher."
1961-1968 Niemöller gehört zu den sechs Präsidenten des Weltkirchenrates, der sich nicht um eine Annäherung von Katholiken und Protestenten bemüht, sondern auch um eine Verständigung der Weltreligionen. 1961 stirbt seine Ehefrau Else bei einem Autounfall.
1971 Heirat mit Sibylle von Sell.
Ab 1972 Niemöller engagiert sich gegen den Vietnamkrieg. Für seine Arbeit erhält er zahlreiche Ehrungen, darunter auch die Albert-Schweitzer-Friedensmedaille.
1977 Gründung der Martin Niemöller-Stiftung in Wiesbaden.
1980 Martin Niemöller sympathisiert mit der Friedensbewegung. Gemeinsam mit Petra Kelly, Luise Rinser, Gösta von Uexkuell und anderen initiiert er den "Krefelder Appell". Der Aufruf wird von über 4 Millionen Bundesbürgern unterschrieben. Die Unterzeichner fordern die von Helmut Schmidt geführte Bundesregierung auf, einseitig abzurüsten und auf die Stationierung amerikanischer Atomraketen in Europa zu verzichten.
1984
Am 6. März 1984 stirbt der unbequeme Pastor Martin Niemöller.
Berühmt wurde er auch durch diese Worte:
„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

Martin Niemöller gehörte zu denjenigen Christen, die sich Hitler verweigerten. Vergleichbar ist er mit dem Bischof von Münster, Graf von Galen, der in seinen Predigten indirekt zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen hatte. Widerstand gegen Hitler leisteten auch die "Weiße Rose" um Hans und Sophie Scholl, Einzelpersonen wie Georg Elser und kommunistische Gruppierungen wie die "Rote Kapelle". 1944 scheiterte die Gruppe um Stauffenberg bei einem Attentat auf Hitler. 


  Literatur: 
Gerlach, Wolfgang: Als die Zeugen schwiegen. Bekennende Kirche und die Juden. Institut Kirche und Judentum, 2. Auflage. Berlin 1993; Klappert, Bertold: Bekennende Kirche in ökumenischer Verantwortung. München 1988; Klee, Ernst: Die SA Jesu Christ“. Die Kirchen im Banne Hitlers. Neuauflage, Frankfurt/M. 1990;  Schreiber, Matthias: Martin Niemöller. 2. Auflage. Reinbek 2008; Tietz, Christiane: Dietrich Bonhoeffer: Theologe im Widerstand. München 2013.


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