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Ernst Thälmann

1886 Ernst Thälmann wird am 16. April 1886 in Hamburg geboren. Er ist der Sohn des Gemischtwarenhändlers Johannes Thälmann und dessen Ehefrau Magdalena.
1892-1893 Wegen Unterschlagung werden die Eltern zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Thälmann wächst ein Jahr in einer Pflegefamilie auf.
1900-1902 Thälmann besucht die Volksschule in Hamburgm hilft aber auch schon als Kind  im Kaden der Eltern aus. Für eine kurze Zeit muss er Militärdienst in einem Schleswig-Holsteinischem Regiment leisten, wird aber wegen  "Dienstunbrauchbarkeit" entlassen.    
1903-1904 Thälmann wird Mitglied der Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), 1904 schließt er sich der Gewerkschaft "Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands" an.
1903-1915 Tätigkeit als Transport-, Hafen- und Werftarbeiter in Hamburg. Zeitweise heuert er als Heizer auf einem Dampfschiff an.
1914 Kaiser Wilhelm II. führt Deutschland in den Ersten Weltkrieg. 
1915 Kurz nach dem Erhalt seines Einberufungbefehls heiratet er Rosa Koch, die Tochter eines Schuhmachers. Aus der Ehe geht eine Tochter hervor.
1918 Thälmann desertiert aus dem Heimaturlaub. Anfang November bricht der Kieler Matrosenaufstand aus. Die Streitkräfte rebellieren gegen die politische Führung. Gründung von Arbeiter- und Soldatenräte. Thälmann wechselt er von der SPD in die USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands), die sich aus Protest gegen die Kriegsanleihen von der SPD abgespaltet. 
1919 Am 4. Januar 1919 setzt die preußische Regierung den Berliner Polizeipräsidenten Emil Eichhorn (USPD) ab. In Berlin brechen daraufhin Straßenkämpfe aus, in deren Verlauf Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet werden. In Hamburg ruft die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) zur militanten Unterstützung der Bremer Räterepublik auf.
Thälmann wird zum Vorsitzenden der USPD-Ortsgruppe in Hamburg gewählt. Auf dem Leipziger USPD-Parteitag in Leipzig unterstützt Thälmann den Anschluß der USPD an die Kommunistische Internationale (Komintern). Als USPD-Abgeordneter wird er in das Stadtparlament gewählt, die Hamburger Bürgerschaft. 
1920 Thälmann tritt mit einem Teil der USPD in die KPD ein.   
1922 Die Weimarer Republik befindet sich in einer Krise. Kennzeichen sind die politischen Morde an den gemäßigten Politikern Erzberger (1921) und Rathenau (1922). Ein rechtsradikales Attentat auf Thälmann scheitert.
1923 Im Putschjahr 1923 versuchen KPD-Mitglieder in Hamburg, eine Räterepublik zu schaffen. Sie werden von der Polizei niedergeschlagen.
Am 9. November 1923 unternimmt Adolf Hitler in München einen Putschversuch. Das Unternehmen scheitert, Hitler wird angeklagt und zu Festungshaft verurteilt. 
1924-1929 Er ist Vorsitzender des Roten Frontkämpferbunds, einer KPD-nahen Schlägertruppe. Sie liefert sich dessen Mitglieder sich Saal- und Straßenschlachten mit der Sturmabteilung (SA) der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) 
1924 Thälmann ist wird für die KPD in den Reichstag gewählt. Das Mandat behält er bis zu Hitlers Machtübernahme 1933. 
1925 Thälmann Parteivorsitzer wird nach heftigen Auseinandersetzungen Parteivorsitzender der KPD. Er stürzt dabei Ruth Fischer, die einen unabhängige KPD befürwortete. Thälmann steht für eine Partei auf der Linie Moskaus.
In der Weimarer Republik wurde der Präsident direkt vom Volk gewählt. Thälmann unterliegt Hindenburg bei der Wahl zum Reichspräsidentenwahl.
1928 Als der NSDAP-Politiker Goebbels Mitglied des Reichstags wird, verschärfen sich die Auseinandersezungen. Goebbels polemisiert heftig gegen jüdische, kommunistische und sozialdemokratische Politiker. Die KPD sieht nicht nur in der NSDAP, sondern ebenso in der SPD einen politischen Feind. Sozialdemokraten werden von der SPD als "Sozialfaschisten" diffarmiert.
1931 Er wird Mitglied des Präsidiums der Komintern, der "Kommunistischen Internationalen". 
1932 Thälmann wird erneut als Kandidat der KPD für die Reichspräsidentenwahl nominiert. Wieder bleibt er erfolglos. Paul von Hindenburg siegt vor Adolf Hitler.
Die NSDAP ist nach den Reichstagwahlen vom 30. August stärkste Fraktion.

Nationalsozialisten verfolgen Kommunisten

1933 Adolf Hitler ergreift die am 30. Januar 1933 die Macht in Deutschland. Thälmann schlägt der zuvor bekämpften SPD einen Generalstreik vor.
Nach dem Reichstagsbrand in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar verschärften die Nationalsozialisten die Verfolgung politischer Gegner. Am 3. März wird Thälmann wird von der Polizei verhaftet. Er wird des Hochverrats angeklagt und ohne Prozess über 11 Jahre in  Einzelhaft in verschiedenen Gefängnissen festgehalten. Dabei wird der mehrfach schwer misshandelt. Über seine Frau und seine Tochter hat er aber Kontakt zur Außenwelt.
1938 Die Nationalsozialisten erreichen mit dem "Münchner Abkommen" und dem "Anschluss Österreichs" einen Machtzuwachs. Am 9. November 1938 verkündet Goebbels vor der NS-Parteiführung, dass gegen "spontane Ausschreitungen" gegen jüdische Geschäfte und Einrichtungen nichts unternommen werden soll. Damit initiiert er die Gewaltaktionen gegen die Juden, die "Reichkristallnacht". 
1939 Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Pakts am  23. August 1939. Thälmann Frau richtet über die sowjetische Botschaft die Bitte an Stalin, ihren Mann zu unterstützen. Stalin lässt Thälmann fallen.
Mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 beginnt Hitler den Zweiten Weltkrieg. 
1943 Am 18. Februar 1943 ruft Goebbels ruft im Berliner Sportpalast zum "Totalen Krieg" auf.  Thälmann ist in der Haftanstalt Bautzen inhaftiert.
1944 Thälmanns Tochter Irma und seine Frau Rosawerden in das Konzentrationslager (KZ) Ravensbrück eingewiesen. Am 17.August  wird Thälmann wird in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht, in der Nacht zum 18. August in Buchenwald erschossen. Propagandaminister Goebbels verbreitet später, Thälmann wäre bei einem Bombenangriff am ums Leben gekommen.
   
  Literatur:
René Börrnert: Wie Ernst Thälmann treu und kühn! Das Thälmann-Bild der SED im Erziehungsalltag der DDR. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2004 Armin Fuhrer: Ernst Thälmann. Soldat des Proletariats. Olzog Verlag, München 2011; Bert Hoppe: In Stalins Gefolgschaft. Moskau und die KPD 1928–1933. R. Oldenbourg Verlag, München 2007; Kogon, Eugen: Der SS-Staat. 44. Auflage. München 2006.

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