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Mao Tse-tung

Steckbrief: Mao Tse-tung lebte von 1893 bis 1976. Stichworte zum Lebenslauf von Mao Tse-tung: "Langer Marsch", Kulturrevolution und Maoismus. Kurze Zusammenfassung der Biographie: Mao Tse-tung führte China in eine Diktatur, die zahllose Opfer unter der eigenen Bevölkerung forderte.
1893  Mao Tse-tung wird am 26. September 1893 im Dorf Shao-Shan in der südchinesischen Provinz Hunan geboren. Er ist der älteste Sohn des Bauern Mao Jen-shen.
1909 Während seiner Schulzeit beschäftigt sich Mao nicht nur mit der östlichen Philosophie, sondern auch mit den Ideen des Westens. Mao liest u.a. den französischen Aufklärer Jean-Jaques Rousseau, die beiden schottischen Ökonomen Adam Smith und John Stuart Mill, sowie den Evolutionsbiologen Charles Darwin
1912 Die nationalistische Partei Kuomintang begründet die erste chinesische Republik. Der letzte chinesische Kaiser Aisin Gioro Puyi dankt am 12. Februar 1912 ab. Nach dem Zerfall der traditionellen Strukturen in China rufen einzelne Provinzen die Unabhängigkeit aus. In Russland wird Stalin von Lenin in das Zentralkommitee der Bolschewisten berufen.
1919 Mao hat sein Diplom als Junglehrer erhalten hat. Er arbeitet an der Pekinger Universität, wo er mit den Studenten Chou En-lai (1898-1976) und Deng Xiao-ping (1904-1997) zusammentrifft. Sie studieren die Werke von Marx und Lenin.
1920 Mao heiratet Yan Kai-hui. Das Paar hat zwei Söhne, 1927 trennen sie sich wieder. Yan Kai-hui wird ebenso wie Maos Schwester später vom Kuomintang hingerichtet.
1921
Nach dem Vorbild der russischen Revolutionäre gründet sich auch in China eine kommunistische Partei (KP). Mao ist Teilnehmer am Gründungskongress der  Kommunistischen Partei Chinas und leitet die Partei in der Provinz Hunan. Die chinesische KP schließt sich der Organisation "Kommunistischen Internationale" (Komintern) an, die von Russland dominiert wird.
1923 Mao wird Mitglied des Zentralkommitees der KP. Die Partei geht zeitweilig ein Bündnis mit der nationalistischen Kuomintag ein, um regionale Unabhängigkeitsbewegungen und den japanischen Imperialismus zu bekämpfen.
1927 Unter Chiang Kai-shek eskaliert der Konflikt zwischen dem Kuomintag und den Kommunisten, die nun von den Nationalisten verfolgt werden. Mao ruft zum "Herbsternte-Aufstand", der aber niedergeschlagen wird. Der chinesische Bürgerkrieg dauert mit Unterbrechungen bis 1949.
1931 In der Provinz Kiangsi ruft China eine Räterepublik aus. Japan besetzt die Manschurei, die nordöstliche Provinz Chinas, um die Rohstoffe des Landes auszubeuten. Der Staat Manschukuo wird von Japan ausgerufen, und Aisin Gioro Puyi, der letzte Kaiser von China, als Marionette eingesetzt
1934/1935 Mit dem "Langen Marsch" vereinigt Mao die Kämpfer der KP. Nach dem Vorbild von Trotzki baut Mao eine "Rote Armee" auf. Er zieht  über 12.000 Kilometer von Kiangsi nach Nordwesten in die Provinz Schensi. Während des "Langen Marschs" kämpfen die Kommunisten sowohl gegen den Kuomintang wie auch gegen lokale Unabhängigkeitsbewegungen. In Schensi angekommen verkündet Mao schließlich die 2. Räterepublik. 
1937-1945 1937 beginnt die japanische Invasion. Die KP und der Kuomintag schließen eine Allianz, die mit dem wachsenden Erfolg gegen die Japaner wieder zerbricht.
1946-1949 Erneuter Ausbruch des Bürgerkriegs zwischen der KP, die seit 1943 von Mao geführt wird, und dem Kuomintang unter Chiang Kai-shek. 1949 siegt die Rote Armee. Mao ruft auf dem chinesischen Festland die "Volksrepublik China" aus, die unterlegenen Truppen von Chiang Kai-shek ziehen sich auf die Insel Taiwan zurück, wo die "Republik China" entsteht. Mao lässt politische Gegner töten.
1950 Im Koreakrieg unterstützt Mao den Diktators Kim II Sung. Bei der Besetzung Tibets stoßen die Truppen Maos auf wenig militärischen Widerstand.
1954-1958 Als Staatspräsident löst Mao das Land vom sowjetischen Einfluss. Innenpolitisch verfolgt Mao einen schwer berechenbaren Kurs. Während Meinungsfreiheit propagiert wird, finden Verhaftungen von Intellektuellen statt. Gleichzeitig steigert Mao den Personenkult um ihn.
1959-1962 Mit dem "Großen Sprung nach vorn" verfolgt China das Ziel, eine Großmacht zu werden. China soll in einem kurzen Zeitraum von der landwirtschaftlich geprägten Gesellschaft zum Industriestaat umgestaltet werden. Bauern werden dazu gezwungen, mit primitiven Mitteln Stahl zu kochen. Hungersnöte brechen aus, Millionen Menschen sterben. 
1965 Mao lässt das Propagandabuch "Worte des Vorsitzenden Mao Tse-tung veröffentlichen. Das „Kleine Rote Buch“, im Westen auch „Mao-Bibel“ genannt, fasst die Ideologie des Maoismus zusammen. 

Die Kulturrevolution

1966 Beginn der "Kulturrevolution", womit die Abkehr von den traditionellen kulturellen Werten verbunden ist. Gegner der Kulturrevolution werden durch Zwangsarbeit und Hinnrichtungen bekämpft.
1969 Lin Pao wird zum Nachfolger Maos. Mach Machtkämpfen innerhalb der KP kommt er 1971 bei einem Fluchtversuch ums Leben.
1972-1975 Der Künstler Andy Warhol fertigt 1972 ein Portrait von Mao Tse-Tung an. Westliche Politiker suchen die Annäherung an China, darunter der US-Präsident Richard Nixon und der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt.
1976 Am 9. September stirbt Mao Tse-tung in Peking. Für seine Leiche wird mit dem Bau eines Mausoleums begonnen. Innerhalb der KP setzt sich ein gemäßigter Flügel durch. Eine "Viererbande" wird für die Verbrechen von Maos Kulturrevolution verantwortlich gemacht und zum Tode verurteilt. Maos Ideologie wird in den Befreiungsbewegungen der Dritten Welt und in den Kreisen der westlichen Intellektuellen populär. Die Verbrechen des Maoismus werden erst lange nach Maos Tod außerhalb von China bekannt.
  Literatur:
Dabringhaus, Sabine: Mao Zedong. München 2008; Opitz, Peter (Hg): Maoismus. Stuttgart 1972; Spence, Jonathan: Mao. München 2003.
 

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