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D'Alembert

Steckbrief: D'Alembert lebte von 1717 bis 1783. Stichworte zum Lebenslauf von D'Alembert: Enzyklopädie, Diderot, Aufklärung. Kurze Zusammenfassung der Biographie: Mit der Herausgabe der Enzyklopädie wurden D'Alembert und Diderot zu den Wegbereitern der Französischen Revolution. 
1717 D'Alembert (Jean-Baptiste le Rond) wird am 16. November 1717 in Paris geboren. Er ist der uneheliche Sohn der Schriftstellerin und Solondame Claudine Alexandrine Guérin, die ihn nach der Geburt als Findelkind vor der Paris Kirche Saint-Jean-le-Rond aussetzt. Daher stammt auch sein Name. Im Findelhaus besucht ihn der Vater, General Chevalier Louis-Camus Destouches, und gibt seinen Sohn zur Adoption frei. Er wächst bei Madame Rousseau auf, der Frau eines Glasermeisters. Sein leiblicher Vater bezahlt für die Erziehung und Bildung. 
1729-1735 D'Alembert besucht von den Janseniten geführte Collège des Quatre-Nations (auch Collège Mazarine). Die Jansenisten berufen sich auf Augustinus, werden aber innerhalb des Katholizismus als Häretiker (Glaubensabweichler) von den Jesuiten verfolgt. D'Alembert schließt mit dem Bakkalaureat ab.
1741 Jurastudium an der École de Droit. Außerdem studiert er Theologie und Medizin, und autodidaktisch Mathematik und Physik. D'Alembert wird mit nur 24 Jahren zum Mitglied der Academie des Sciences und hat Zugang zu den Pariser Salons, dem Trefffpunkt der Intellektuellen.

Die Enzyklopädie von Diderot und D'Alembert

1746 Gemeinsam mit dem Philosophen und Naturwissenschaftler Denis Diderot beginnt D'Alembert das Projekt der "Enzyklopädie". Die Enzyklopädie soll, "die auf der Erdoberfläche verstreuten Kenntnisse zu sammeln, das allgemeine System dieser Kenntnisse den Menschen darzulegen, mit denen wir zusammen leben, und es den nach uns kommenden Menschen zu überliefern". Zum Autorenkreis kommen auch Voltaire und Rousseau hinzu.
1747 D'Alembert löst 1747 die Wellengleichung der schwingenden Saite, und wird zum Mitbegründer der mathematischen Physik.
1751 Der erste Band der Enzyklopädie erscheint. Bedeutend ist auch das von D'Alembert verfasste Vorwort, der "Discours prélminaire". D'Alembert bezieht sich auf den englischen Philosophen John Locke als "Begründer der wissenschaftlichen Philosophie".
1752 D'Alembert veröffentlicht eine Schrift zur Musiktheorie: Éléments de la musique théorique et pratique (Elemente der theoretischen und praktischen Musik).  
1754 D'Alembert wird Mitglied der Academie Francaise, der berühmten französischen Wissenschaftsgesellschaft. Veröffentlichung einer weiteren Schrift zur Musikgeschichte: Réflexions sur la musique en général et sur la musique française en particulier (Überlegungen zur Musik im Allgemeinen und zur französischen Musik im Besonderen).
1757 Unterbrechung des Enzyklopädie-Projekts. 
1759 Das Parlament verurteilt die Enzyklopädie, und ebenso die Kirche. Am 4. März wird sie vom Papst auf den Index der verbotenen Schriften, den Index Librorum Prohibitorum (auch Index Romanus) gesetzt. Dieses Schicksal teilen Diderot und D'Alembert mit Voltaire. Während sich D'Alembert 1758 wegen Streitigkeiten mit Rousseau aus dem Projekt zurückzieht hat, arbeitet Diderot heimlich weiter. 
ab 1763 D'Alembert pflegt persönliche Kontakte mit dem schottischen Philosophen David Hume, der zu dieser Zeit ebenfalls in den Pariser Salons verkehrt.
1764 Tod von D'Alemberts Adoptivmutter mit der er zusammenlebte, wahrscheinlich in Platonischer Liebe. Nach ihrem Tod lebt er mit der Salondame Julie de Lespinasse zusammen. 
1769 Diderot veröffentlicht "D'Alemberts Traum". In der Schrift werden philosophische und naturwissenschaftliche Probleme zusammengeführt. Mit dem Stilmittel der philosophischen Dialoge greift Diderot auf die Methodik Platons zurück.
1772 D'Alembert wird Generalsekretär der Academie Francaise. Die Position behält er bis an sein Lebensende. 
1780 Abschluss der 33-bändigen Enzyklopädie. 
1783 D'Alembert stirbt im Alter von 65 Jahren am 19. Oktober 1783 in Paris an einer Blasenkrankheit. Ihm zugeschrieben wird auch ein Spielsystem für Roulette, die Progression d’Alembert. Dabei verdoppelt der Spieler nach jedem verlorenen Spiel den Einsatz auf die einfache Chance. Größter Verdienst bleibt die Herausgabe der Enzyklopädie, und seine Schriften zur Staatslehre und Ethik. Korrespondenzen führte er mit Katharina der Großen. Bis zu seinem Lebensende erhielt D'Alembert eine Pension von Friedrich dem Großen. Zudem gilt er Als Begründer der mathematischen Physik im Bereich der Kontinuumsberechnung.
1789 Ausbruch der Französischen Revolution.
  Literatur:
Blom, Philipp: Das vernünftige Ungeheuer - Diderot, d’Alembert, de Jaucourt und die Große Enzyklopädie. Frankfurt am Main 2005. Jean Le Rond d' Alembert. (Hrsg. von Günther Mensching. Durchgesehen und mit einer Einleitung): Einleitung zur Enzyklopädie. Hamburg 1997.
 

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